Ultrapremiere

61,2 km / 520 Hm / 6:39:35 h

Zur Vorbereitung auf den 79 km langen Swissalpine Ende Juli plante ich von Anfang an, mindestens einen Lauf jenseits der Marathonmarke zu absolvieren. Gestern war’s nun so weit: bei etwa 25 Grad im Schatten startete ich um zwei Uhr nachmittags zu meiner Ultralaufpremiere.

Zunächst hatte ich vor, erst mit dem Zug zum Beispiel nach Treuchtlingen zu fahren, um dann einfach zurückzulaufen, da mir das psychologisch etwas einfacher erschien. Dann entschloss ich mich allerdings doch, auf die Zugfahrerei zu verzichten (hab ich ja genug unter der Woche) und einen Rundkurs zu laufen.

Unterstützt von meinem Sohn Niklas und meinem Vater, die mich auf dem Fahrrad begleiteten und für die Logistik sorgten, machte ich mich also zunächst am Lech entlang Richtung Süden auf den Weg. Nicht gerade spannend, dafür aber im Schatten, spulte ich dort die ersten gut 20 Kilometer bis Gersthofen locker ab. Nun folgte der heißeste Abschnitt Richtung Westen nach Hirblingen / Batzenhofen. Die Sonne direkt von vorn, null Schatten, null Wind und bereits zweieinhalb Stunden auf den Beinen. Der Wasserverbrauch stieg rapide an und sogar meine Begleiter kamen ins Schwitzen.

Kurz vor Rettenbergen schwenkten wir nun wieder Richtung Norden. Der Asphalt wich wieder Naturwegen und die teils dichten Wälder des Naturparks Westliche Wälder spendeten erholsamen Schatten. Doch während bis dahin die Strecke nahezu topfeben war, ging es ab da ständig bergauf und bergab (was sich bis zum Ende auf etwas über 500 Höhenmeter summierte). Vor allem der fast 3 km lange Anstieg von Holzhausen vorbei am Peterhof bis zum Abzweig nach Lützelburg, nochmals auf Asphalt und wieder die Sonne im Gesicht, hatte es in sich. Immerhin zeigten die Fahrradcomputer bereits 35 km an.

Nächster Orientierungspunkt war Mutterhofen. Vor der 42-km-Marke gab’s auch dort nochmals einen giftigen Anstieg. Es folgten Feigenhofen und Rieblingen, alle verbunden durch gut beschilderte Rad- bzw. Wanderwege auf eigentlich gut zu laufenden Feld- bzw. Waldwegen. Doch obwohl auch die Temperaturen inzwischen ein angenehmes Niveau erreicht hatten, wurden die Beine allmählich schwerer. Zur Lockerung legte ich nun alle paar Kilometer kurze Gehpassagen ein. Im Wettkampf hilft in solchen Momenten, dass die meisten Mitstreiter genauso leiden müssen und man sich dadurch immer wieder gegenseitig motiviert. Mal abgesehen von meinen beiden Fahrradbegleitern, musste ich mich dieses Mal irgendwie alleine durchbeißen.

Bei Kilometer 50 machte sich dann auch noch mein Magen bemerkbar. Doch das kannte ich schon von diversen Langdistanzrennen mit dem Rennrad. Ich ließ mich nicht allzu sehr davon irritieren und nach einer halben Stunde war’s auch wieder ok. Dafür schwanden nun wirklich die Kräfte. Durch Langenreichen hindurch erschien endlos. Tunnelblick – einfach weiterlaufen!

Doch irgendwie rappelte ich mich immer wieder auf. Schließlich war das Ziel nicht mehr weit entfernt. Etwas Bammel hatte ich davor, wie ich den steilen Blankenburger Berg am Ende runterkommen sollte. Doch zu meiner Überraschung klappte das recht gut (wohlgemerkt im Laufschritt und nicht gehend!).

Noch zwei Kilometer – zuhause!

Nach 61 km, 500 Höhenmetern, 6:39 h auf den Beinen, drei Liter Wasser, einem halben Liter Eistee, 4 Bananen, reichlich Schokolade und Müsliriegel war das Ziel erreicht.

Und am Tag danach? Erstaunlich gut! Etwas schwere Beine, aber kein wirklicher Muskelkater. Lediglich meine Füße fühlen sich etwas plattgetreten an. Was das Saisonziel Davos angeht bin ich nun auf jeden Fall sehr, sehr zuversichtlich!

An dieser Stelle natürlich nochmals vielen Dank an meine beiden Begleiter, die stets zur Stelle waren und mich bestens versorgt haben.

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